Explainer Sound FX – Soundeffekte und Geräusche für Erklärvideos

Animierte Erklärfilme und Erklärvideos in 2D und 3D

Explainervideos und Erklärfilme sind mittlerweile ein etabliertes Medium, um Inhalte, abstrakte Konzepte und Zusammenhänge schnell und auf leicht verdauliche und anschauliche Weise zu vermitteln. Sie konzentrieren sich inhaltlich auf wesentliche Eckpunkte und sind meist zwischen ein bis drei Minuten lang.

Der Rolle des Profisprechers kommt eine zentrale Bedeutung zu. Meist spricht der Profisprecher in nicht zu komplexen Sätzen, in einem recht zügigen Tempo, um die relevanten Inhalte zu vermitteln. In der Regel wird er durch 2D und 3D animierte Grafikelemente mit einfacher Symbolik unterstützt.

„Viele Erklärvideo-Formate bedienen sich einer einfachen Symbolik.

Schlüsselbegriffe oder wichtige Zusammenhänge werden durch plakative Illustrationen visualisiert.
Der Detailgrad der Visualisierungen unterscheidet sich dabei je nach Format. So liegt beim Legetrick-Format der Fokus der Visualisierung auf einigen Schlüsselbegriffen oder Zusammenhängen pro Szene, bei animierten Erklärvideos hingegen werden ganze Szenerien visualisiert.“

Quelle: Wikipedia „Erklärvideo“

Untermalt wird das Szenario von passender Musik und Schlüsselmomente werden oftmals unterstützt mit passenden Geräuschen und Soundeffekten.

Doch welche Bedeutung kommen den einzelnen Ton-Elementen Sprache, Musik und Soundeffekte zu?

Was ist zu berücksichtigenen bei der Vertonung von 2D und 3D animierten Erklärfilmen?

Und warum ist es lohnenswert, die Vertonung in externe Hände eines Profis abzugeben?

Die Rolle des Profi-Sprechers

Der Sprecher nimmt die wichtigste Rolle im Erklärfilm ein. Da die einfache Symbolik zum Erklären der Zusammenhänge, der Geschichte und des Inhalts nicht ausreicht und deswegen auch nicht eindeutig ist, würde schlichtweg ohne Sprecher ein Großteil des Erklärfilms nicht funktionieren.

Deswegen sollte er immer gut verständlich sein, um die Information optimal zu vermitteln, und in der Tonhierarchie ganz oben stehen.

Empfohlen sind daher grundsätzlich für ein gutes Gelingen einer Erklärfilmproduktion:

  • die Auswahl einer passenden Stimme
  • eine ordentliche, professionelle Nachbearbeitung der Stimme mit Equalizer, Kompression und Mastering, so dass die Stimme auch wie eine professionelle Tonaufnahme klingt
  • die Mischung des Synchronsprechers im richtigen Lautstärkeverhältnis zu Musik und Soundeffekten
  • und das Ausspielen des finalen Mixes mit professionellen Pegeln, um eine durchsetzungsfähige und verständliche Mischung für Social Media wie YouTube, Instagram, Facebook, TikTok und alle weiteren geplanten Plattformen zu erzielen.

Vertiefende Informationen hierzu findet Ihr auch in meinem Blogbeitrag „Sprachaufnahmen mit professionellen Sprechern“

Die Rolle der Musik im Erklärfilm

Die Musik im Erklärfilm nimmt eine unterstützende Rolle ein. Regisseure bevorzugen dabei meist Musik, welche eher dezent unter den Sprecher gemischt wird und sich nicht zu sehr in den Vordergrund drängt. Ziel ist es, die Aufmerksamkeit beim Sprecher zu belassen, so dass die Musik nicht vom Inhalt der Sprache ablenkt und die Geschichte weiterhin im Vordergrund der Erzählung steht. Oftmals werden daher so genannte Talkover Versionen von Musikstücken mit reduzierter Instrumentenbesetzung eingesetzt. Diese lassen genügend Platz in der Tonmischung für Sprecher und bildsynchrone Sound FX und Geräusche.
In der Regel kann Musik für Erklärvideos mit folgenden Adjektiven beschrieben werden:

  • belebt
  • motivierend und gleichzeitig auch nicht zu aufdringlich,
  • zurückhaltend, aber trotzdem mit gewissen Tempo
  • hält sich dezent im Hintergrund durch reduzierte Instrumentierung

Welche Rolle spielen Soundeffekte beim Erklärfilm?

Weil in der Regel viel Information durch den Sprecher in kurzer Zeit vermittelt wird, werden Soundeffekte unterstützend eingesetzt. Dabei unterstreichen die meist eindeutigen Geräusche die Bedeutung der Symbolgrafiken und Illustrationen, geben dem Betrachter einen besseren Überblick über Zusammenhänge und führen ergänzend zum Sprecher durch den Film. Sie helfen, die Erklärstruktur des Films zu verbessern und machen den Film lebendiger und interessanter. Dezent in den Film eingemischt, sorgen sie dafür, dass der Film besser funktioniert und die Aufmerksamkeit für die Informationsvermittlung aufrecht erhalten bleibt. Wichtig dabei ist, dass sie den Sprechfluss nicht stören, die Aufmerksamkeit nicht zu sehr auf sich ziehen, aber gleichzeitig der Geschichte mehr Sinn verleihen und die Verständlichkeit des Inhalts erhöhen.

Um es kurz und knapp auf den Punkt zu bringen:
Soundeffekte werden unterstützend eingesetzt und werten den Erklärfilm auf!

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Beispiel BASA online Erklärfilm

Patientenverfügung mit Herz

Welche Sounds werden benötigt:

Grundmaterialien bilden in der Regel Materialien wie:

  • Klicks
  • Pops und Blops
  • Blubber Sounds
  • Whish, Whoosh und Swooshes in allen Variationen von leicht bis schwer
  • Papierschneiden, -Bewegung
  • Einfache Signaltöne
  • Glocken und Glöckchen
  • Scribble Geräusche mit Filzstift und Bleistift
  • Tastaturgeräusche, Schreibmaschinensounds
  • Positive Bestätigungstöne in allen Variationen
  • User interface Signaltöne
  • Alarmsounds
  • und viele viele mehr.

Erklärfilme selber vertonen

Sicherlich ist es möglich, sich schnell ein paar kostenlose Sounds aus dem Internet herunter zu laden, sich eine eigene Library zuzulegen und den Job möglichst preiswert zu realisieren. Auch Einzelsounds online erwerben, ist sicherlich eine gängige Praxis bei vielen Erklärfilmfirmen.

Mittelfristig muss sich aber jede ernsthafte Erklärfilmproduktion gerade in Hinblick auf Skalierung der Auftragslage und Einhaltung der Deadlines fragen, ob sie  den Zeitaufwand weiterhin betreibt, Produktionen mit eigenen Mitteln dauerhaft selbst zu vertonen.

Es gibt nämlich einige Stolperfallen, welche zunächst nicht offensichtlich sind und einige gute Gründe, warum eine professionelle Produktion durch ein Tonstudio oder einen Spezialisten durchaus Sinn macht. Der Tag hat nun mal nur 24 Stunden!

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Auf Soundgeräusche besteht genauso Urheberrecht wie auf Musik! Ein Urheber hat hierbei Anspruch auf eine angemessene Vergütung und kann auch Unterlassung verlangen, der so genannte „Anspruch auf Vernichtung, Rückruf und Überlassung.“

Die Verwendung von kostenlosen Sounds sowie freesounds für Erklärvideos von Seiten ohne Quellenangaben, YouTube oder aus unbekannten Quellen haben in einer professionellen Vertonung schlichtweg nichts zu suchen und kommen ernsthaft auch gar nicht in Frage.
Hier gilt es, für Rechtssicherheit im Sinne des Kunden zu sorgen und ungeklärte Rechte von vorneherein auszuschließen.
Letztlich schützt der Sounddesigner hierdurch die Kunden- und Agenturbeziehung und schließt eine Gefährdung nach der Veröffentlichung des Projektes nach bestem Wissen und Gewissen aus.

Einzige Ausnahme bilden hier so genannte „Freebies“, welche von Sound Designern kostenlos zur Verfügung gestellt werden und man sich im Gegenzug meist zum Newsletter anmeldet und ein Kundenkonto einrichtet.

Mal ganz abgesehen vom Thema Rechtssicherheit, spielt der Faktor Zeit eine weitere wichtige Rolle. Kostenlose Sound FX sind wegen des Zeitaufwands der Recherche und der Verwaltung dann doch nicht kostenlos. Schließlich gilt: Zeit ist Geld! Und es besteht die Gefahr, dass das Budget für die Vertonung und das gesamte Projekt aufgrund der aufgewendeten Arbeitszeit schnell unter den Mindestlohn rutscht.

Stolperfalle schnell eine Library kaufen

Kein schlechter Gedanke: eben schnell mal eine Library kaufen und den Job damit erledigen. Doch auch mir ging es schon oft so, dass es am Ende meist dann doch nicht so einfach war.

Oftmals reicht schlichtweg eine einzelne Soundlibrary für die komplette Vertonung nicht aus. Die Soundgeräusche, welche für das aktuelle Projekt benötigt werden, sind dann leider doch nicht in der gerade erworbenen Soundlibrary zu finden. Das Demo klang irgendwie vielfältiger, war auch super passend zum Werbevideo, aber so richtig ist dann doch nicht alles dabei, was man braucht.

Und ich selbst stelle in der Praxis immer wieder fest, dass ich mir Sounds aus verschiedenen Libraries selbst zusammen suchen muss, um den Film in einem konkreten Style zu vertonen.

So kommt es nicht selten vor, dass ich schnell mal nebenbei einhundert verschiedene User Interface Sounds aus einer Speziallibrary durchhöre, aber doch nur ein bis zwei passende Geräusche für den Stil des Projekts zum Ausprobieren dabei sind. Und darüber hinaus kombiniere ich noch verschiedene Sound FX aus zwei bis drei verschiedenen Soundelementen, bis meine Vorstellung erfüllt ist.

Fazit: Die Ultimative Library für alle Fälle gibt es so leider nicht! Die Lösung ist dann, einfach weiter aufzustocken, noch mehr Zeit und Geld zu investieren oder dann doch das Projekt aus Zeitmangel abzugeben.

Stolperfalle Vertonung mit der Videoschnittsoftware

Oftmals unterschätzen Erklärvideoproduzenten schlichtweg den Faktor Zeit beim Vertonen.

Viele kleine passende Soundelemente heraus zu suchen und anzulegen, macht Spaß, ist aber zeitintensiv und gehört nicht gerade zu den stärken einer Videosoftware.

Korrekturen und Änderungswünsche von Kunden und Werbeagentur vorzunehmen, kann sich schnell zum Alptraumszenario und zur Zeit- und Kostenfalle verwandeln.

Auch eine komplexere Gruppierung von Tonelementen bei der Tonmischung ist in Videoschnittsoftware nicht vorgesehen.

Sinnvoll ist daher, die Tonmischung von Sprache, Musik und Sound FX in einer externen DAW vorzunehmen!
Die Tonmischung bleibt somit flexibel gegenüber Ändernungswünschen der Werbeagentur und des Kunden.

Soundeffekte in der DAW Cubase

Schnell können 50 bis 80 Spuren in der DAW zum Einsatz kommen, welche flexibel angeordnet werden, um Wünsche der Werbeagentur und des Kunden berücksichtigen zu können bei der Vertonung.
Ein komfortables Routing ist jederzeit möglich.

8 Tipps vom Profi – so wird es richtig gut! Feinheiten in der Audio Post Production

Richtig gute Ergebnisse erzielt man, wenn man strukturiert vorgeht:

  1. Der Sprecher muss ordentlich gemastert werden mit EQ und Kompression und es muss ein PreMaster für die Tonmischung erstellt werden. Meist üblich ist, eine Rohaufnahme vom Profisprecher in 24bit zu erhalten.
    Die Aufnahme einfach nur lauter zu machen, ist gelinde gesagt grob fahrlässig. Erst recht gilt dies, wenn die Erklärfilmproduktion die Sprecher-Aufnahme bei Billigportalen einkauft. Wenn der Kunde ohne oder mit wenig Ahnung die Aufnahmen bearbeitet, muss in der Audio Post Production entsprechend korrigiert werden. Ein ordentliches Mastering ist das A und O für eine Erklärfilmproduktion.
    Besser ist natürlich, von Anfang an die Sprachproduktion in professionelle Hände zu legen, um eine hochwertige Prozesskette zu garantieren.
  2. Die Musik wird dezent unter den Sprecher gelegt und gemischt.
  3. Die Sounds für den Erklärfilm werden bildsynchron angelegt, am besten mit Hilfe einer Software wie Soundminer oder Basehead.

Mit optimiertem Workflow am Projekt arbeiten

Der Einsatz von Soundbibliothek-Software wie beispielsweise Basehead Ultra Edition ist unabdingbar für einen schnellen und professionellen Workflow beim Vertonen. So lassen sich 300.000 Soundeffekte von Anbietern wie Hollywood Sound Effects, Sound Ideas und vielen weiteren intelligent verwalten und zu einem sinnvollen Kreativworkflow vereinen:

  • Ultraschnelle Suchergebnisse per Volltextsuche
  • schnelle Integration der Sounds in die DAW per Drag and Drop
  • schneller, intuitiver Workflow
  • eigene Foley Sounds lassen sich komfortabel taggen und in die Soundbibliothek intelligent einfügen
  1. Soundeffekte werden mittlerweile gemischt wie Musik. So kann man durch Equalizer, Kompression und weiteren Plugins die Sounds so formen, wie man sie haben möchte und diese in den Mix passen.
  2. Die Tonhöhen von Soundeffekten, positive Fanfaren und musikalische Aktionsgeräusche werden auf die Harmonien der Musik angepasst, so dass sie sich nahtlos integrieren und Disharmonien vermieden werden.
    Einzelne wiederholende Soundelemente erhalten eine aufsteigende Tonfolge.
  3. Sind bestimmte Sounds in der eigenen Library nicht vorhanden und im Webstore nicht zu finden, wird man schnell selbst zum Geräuschemacher im eigenen Studio, um entsprechende vielfältige Variationen herzustellen; und zwar mit den zum Film passenden Materialien.
  4. Kleine Sprechrollen in „deutsch“ und einfache Stimmlaute wie „mmh“ und „ooh“ werden vom Sounddesigner selbst übernommen und produziert. Soundlibraries bieten meist nur amerikanische Vorlagen.
  5. Die ganze Mischung wird gemastert und es werden professionelle Pegel ausgespielt, so dass sich die Tonmischung auf hochwertigem Niveau bewegt.

Unsichtbare Arbeit während des Projekts

Die Werbeagentur sendet urplötzlich eine neue Sprecheraufnahme mit anderer Betonung. Da musste einiges geschnibbelt und geschoben werden, damit das Timing vom Film gleich bleibt und alles so aussieht, als wäre nie etwas gewesen.